

Ode an den weiß-blauen Nachbarn
O Bayernland, du schönes Stück,
Vom Sachsen aus geseh’n mit Glück.
Wir teilen uns die Grenze dort,
Und manchen recht speziellen Ort.
Ihr habt die Alpen, wir den Stein,
Das Elbsandsteingebirge – fein!
Bei euch die Maß, bei uns das Pils,
Hauptsache, dass es schmeckt, man will’s.
Der Dialekt – ein hohes Gut
Wenn ihr „Pfiadi“ sagt mit Hut,
Und wir mit „Nu“ und „Gudden Tach“
Euch grüßen unterm Kirchendach.
Zwar versteht uns Preußen keiner,
Doch wir zwei sind uns da einer:
Die Mundart ist das Herz vom Land,
Da reichen wir uns gern die Hand.
Vom Barock zum Laptop-Glanz
In Dresden glänzt der Zwinger hell,
In München strahlt das Isar-Quell.
Wir beide pflegen unsre Pracht,
Haben aus Geschichte was gemacht.
Ob Semperoper, Hofbräuhaus –
Wir rücken unsre Schätze raus.
Ein Prosit der Gemütlichkeit
Ihr esst die Weißwurst vor der Elf,
Wir fress’n den Stollen fast von sölf.
Ihr habt den König Ludwig gern,
Wir ham den August, unsern Stern.
Zwei Freistaaten, ein stolzer Sinn,
Da steckt doch viel Verwandtschaft drin.
